Ein habgieriger und grausamer König, der viele Länder erobert und
an sich gerissen hatte, dünkte sich als der mächtigste Eroberer.
Deshalb geriet er in Zorn, als ihm die Worte eines armen Weisen zu
Ohren kamen, dass ein König ohne sein Volk nicht einen Sieg
erringen könnte. Der König befahl den Weisen in seinen Palast und
verkündete ihm: "Wenn Du Deine Worte nicht beweisen kannst,
wirst Du hingerichtet. Eine Nacht sei Dir zum Überlegen gegönnt."
Der Beweis für seine Behauptung gereichte dem Weisen zur Ehre:
Er überbrachte dem König ein originelles Spiel, das Schachspiel,
dessen Regeln überzeugend darlegen, dass ein König ohne Hilfe
seiner Figuren (das Volk) keine Partie zu gewinnen vermag.
Dem König gefiel das Schachspiel so, dass er dem Erfinder
vorschlug, sich eine Belohnung zu wünschen. Wie verwundert war
er allerdings, als der Weise weder Gold noch Edelsteine haben
wollte, sondern lediglich Weizenkörner! Genauer gesagt, der Weise
verlangte ein Weizenkorn auf das erste Schlachtfeld, zwei auf das
zweite, vier auf das dritte, acht auf das vierte und so fortlaufend
immer das Doppelte an Weizenkörnern.
Der König glaubte, einige Säcke Weizen würden reichen und befahl
seinen Dienern, die geforderte Weizenmenge auszurechnen. Es
stellte sich jedoch heraus, dass eine solche Menge nicht vorhanden
war, selbst wenn die Ernte der ganzen Welt zur Verfügung stünde.
So war, wie die Legende schließt, der hochmütige Herrscher
wiederum beschämt.
Bald verkündete aber der Vorsteher seiner Kornkammer, dass es
soviele Weizenkörner nicht gebe - 18.446.744.073.709.551.615
Körner (18 Trillionen, 446 Billiarden, 744 Billionen, 73
Milliarden, 709 Millionen, 551 Tausend, 615).
Um solch eine Menge überhaupt transportieren zu können,
benötigt man soviele Transporter, dass diese - hintereinander
aufgestellt - 231.666 mal um die Erde reichen.
Jene Körnermenge reichen auch - nach Berechnungen des
englischen Mathematikers Lodge, um damit ganz England bis zu
einer Höhe von zehn Metern zu bedecken.
Folgendes beeindruckendes Beispiel beschrieb W. Haas in der
Zeitschrift "Rochade" im August 1982:
"Ein Güterzug mit allen Körner, der mit 80 km/h d. h. mit 2
Waggons pro Sekunde an uns vorbei führe, jeder einzelne mit 20
Tonnen Weizen beladen, bräuchte dazu 730 Jahre!"
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