Bis zur letzten Runde kämpften die Schüler des Goethe Gymnasiums um die Deutsche
Meisterschaft. Nur der neue Deutsche Meister das Sportgymnasium Dresden und das
Immanuel-Kant-Gymnasium Dortmund, der Deutsche Meister aus 2002, konnten die
Ludwigsburger Schachtalente bezwingen. Mit 9:5 Punkten reichte es aber für
Jan-David Lange, Alexander Schäfer, Andreas Döring, Tobias Müller und Andreas
Mayer zum hervorragenden 5. Platz unter 20 teilnehmenden Mannschaften.
Ein Hauch internationaler Schachatmosphäre wehte vom 07. –
10. Mai durch Bad Homburg. Das Sportgymnasium Dresden ging tatsächlich mit
einer Vizeeuropameisterin und zwei weiteren Weltmeisterschaftsteilnehmern an den
Start. Für Schachkenner wenig verwunderlich, ist doch Schach eines der
Unterrichtsfächer am Dresdner Gymnasium. Und bereits in der zweiten Runde
konnten sich die Ludwigsburger Schüler von der Spielstärke der Dresdner überzeugen.
Immerhin spielten für Ludwigsburg die frischgebackenen Württembergischen
Jugendeinzelmeister Jan-David Lange (U14, Tamm) und Alexander Schäfer (U12,
Rommelshausen, wohnhaft in Marbach) sowie mit Andreas Döring, Tobias Müller
und Andreas Mayer drei weitere „Schulschach-Profis“ vom Schachclub Tamm.
Gegen die internationale Erfahrung der Dresdner war jedoch nichts zu
auszurichten und nach dem 3:1-Erfolg in Runde 1 gegen den Vertreter aus
Mecklenburg-Vorpommern, ging die 2. Runde mit 0:4 an Dresden.
Dies sollte jedoch für lange Zeit die einzige Niederlage
bleiben. In der Samstagsabendrunde behielten die Ludwigsburger ihrerseits mit
4:0 gegen das Albert-Schweitzer-Gymnasium aus Thüringen die Oberhand. Nach dem
2,5:1,5-Erfolg gegen die Heinrich Hertz Oberschule aus der Bundeshauptstadt
Berlin in Runde vier war der Kontakt zur Tabellenspitze mit 6:2 Punkten
wiederhergestellt. Aufgrund ihrer taktischen Aufstellung, die beiden stärksten
Spieler wurden an Brett zwei und drei aufgestellt, konnte das Goethe Gymnasium
Kelbra aus Sachsen-Anhalt den Ludwigsburgern ein Unentschieden abtrotzen.
Dennoch schob sich das Goethe-Team vom fünften auf den dritten Platz nach
vorne. Die sechste Runde trieb den Betreuern Schweißperlen auf die Stirn. Das
an Nummer zwei gesetzte Gymnasium Verl (NRW) war nominell an jedem Brett stärker
besetzt, erspielte sich eine 1:0-Führung und eine bessere Stellung an Brett 4.
Während Andreas Döring mit einer schönen Abwicklung ausgleichen konnte, kam
Tobias am vierten Brett zurück ins Spiel und erkämpfte sich ein Remis. So
konnte Jan-David am Spitzenbrett nach einem dramatischen Gefecht in
beiderseitiger Zeitnot den entscheidenden Treffer setzen und das Spiel für
Ludwigsburg entscheiden.
Zwischenzeitlich musste auch Dresden eine Niederlage
hinnehmen, so dass die Ludwigsburger nur noch einen Punkt Rückstand auf den
Topfavoriten hatten. Bei einem Erfolg in der letzten Runde gegen Dortmund
und einer Niederlage Dresdens, war sogar der Titelgewinn noch möglich. Während
sich Dresden jedoch mit einem Unentschieden die Meisterschaft vor Dortmund
sicherte, konnten die Ludwigsburger Jungs dem Druck des Deutschen Meisters von
2002 nicht standhalten und mussten eine 0,5-3,5 Niederlage hinnehmen. Die
Sensation blieb somit aus. Dennoch zeigten die Jungs, dass das Goethe Gymnasium
Ludwigsburg in der WK3 (Altersklasse U15) zu den besten Mannschaften
Deutschlands gehört.
Mit diesem tollen fünften Platz bei der Deutschen
Meisterschaft geht ein langes Schulschachjahr zu Ende. Dieser Erfolg war nur
durch das gute Zusammenspiel vieler Akteure möglich. Die Anreise- und Übernachtungskosten
konnten durch die Unterstützung der Tanzschule Hagen, Allianz und des Goethe
Gymnasiums gedeckt werden. Für das leibliche Wohl sorgte Fontanis, und für die
sportliche Betreuung waren Frau Lange und Herr Dolensky vom Schachclub Tamm zuständig.